Liebe Gemeindemitglieder!

Aus dem Pfarrhaus

pfarrer_tobias_gottesleben.pngEine kleine Kirche mit einem kleinen bunten Fenster. Das aber zieht in der Imshäuser Kirche die Blicke auf sich, insbesondere wenn Licht hindurch leuchtet. Das Motiv ist auf den ersten Blick nicht unvertraut: Engel geht immer, Stern geht immer. Aber, was haben sie zusammen auf einem Bild zu suchen? Und fehlen da dann nicht andere Teile des Bildes. In dieser Zeit liegt es nahe, die beiden als Teil einer Weihnachtsszene zu sehen. Dann würden doch aber zum Stern auch die Könige gehören, die ihm folgen, oder der Stall mit der Krippe und dem Jesuskind, über dem der Stern am Ende stehen bleibt. Dazu würde dann auch der anbetend kniende Engel passen. Dafür ist in der kleinen Nische, in der das Fenster sitzt, aber kein Platz.

Wo also ist Jesus?

Wäre es nicht denkbar, dass der Künstler genau das im Blick gehabt hat? Dass er sich gedacht hat: die kleine Hütte, Gottes Stall, die ist in Imshausen schon vorhanden, das ist nämlich die Kirche selbst. Und das Gotteskind, das da geboren worden ist? Wo soll man das suchen, wenn nicht mitten unter uns? Dass Gott zur Welt kommt, das geschieht in unserem Alltag, in meinem ganz persönlichen Leben, das geschieht vielleicht sogar in mir und durch mich.
Zu dem kleinen Bild in der Altarnische gehören wir also mit dazu. Erst wir machen das Bild vollständig. Damit ist dies kleine Bild also nicht nur eine nette "Deko" für unsere Kirche, sondern es soll uns jeden Tag ansprechen. Es soll uns neugierig machen, genau danach zu suchen, wofür Stern und Engel den Rahmen bilden, worauf sie blicken: nämlich wo unter uns Gott zur Welt kommt, wo er ganz überraschend auf einmal da ist in unserem Leben und wo wir ihm Raum machen können, ihn vielleicht sogar ganz bewusst einladen können zu uns. Und genau darum geht es ja – exemplarisch für unsere ganze Lebenszeit – im Advent: Jesus kommt an.

Übrigens: jahrhundertelang hat die Kirche in Imshausen der Familie von Trott gehört, die sie ja wahrscheinlich auch ursprünglich als Kapelle auf ihrem Besitz gebaut hat. Vor nunmehr fast zwei Jahren ist sie in den Besitz der Kirchengemeinde Imshausen übergegangen, die bisher nur das Nutzungsrecht hatte. Nun ist sie also noch einmal mehr "unsere Kirche". Gleichzeitig hoffen wir, dass die Familie von Trott diesem sichtbaren Teil ihrer langen Geschichte vor Ort verbunden bleibt.

Wenn Sie sich den Gottesdienstplan auf Seiten 6 und 7 ansehen, merken Sie, dass wir die Gottesdienste zu den Feiertagen im Advent und zu Weihnachten wieder so planen wie sie vor der Pandemie gewesen sind.
Im Januar allerdings haben wir, um Heizkosten zu sparen, die Gottesdienste in Gilfershausen, Imshausen und Mönchhosbach auf einmal im Monat reduziert. Wir hoffen, dass wir uns dort dann alle sehen können.

Ihr Pfarrer

Tobias Gottestleben